Victoria Fehlbier und Joline Korte stellten ihre Arbeiten der Öffentlichkeit am Freitag, dem 31.01.2020 vor.

Als Schülerinnen des Kunst-Leistungskurses stellten sich Joline Korte und Victoria Fehlbier den Herausforderungen der Besonderen Lernleistung. Im Rahmen einer Ausstellung stellten sie am Freitag, dem 31.01.2020 ihre Arbeiten im Museum Abtei Liesborn der Öffentlichkeit vor.

Promis und ihre Schattenseiten

Drei prominente Persönlichkeiten aus der Welt der Stars hat Joline Korte gezielt ausgewählt und porträtiert. „Promis und ihre Schattenseiten“ lautet ihr Thema. Als betreuende Kunstlehrerin stellte Sandra Hampel die ungewöhnliche Idee vor und würdigte die beeindruckende Wirkung. „Joline hatte eine ganz eigene Idee. Sie zeichnete zunächst mit Bleistift im naturalistischen Stil die Promis als Schulterstück; sie erscheinen zum Greifen nah und wirken durch die ausgereifte Hell-Dunkel-Modulation äußerst plastisch und lebendig, so, wie man sie kennt vom roten Teppich und aus den Medien. Sie werden sie direkt erkennen. Doch das Leben besteht nicht nur aus Glanz und Glamour, auch nicht für Promis. Wie häufig lesen wir Negativschlagzeilen über Drogenkonsum, Alkoholexzesse, Depressionen u.ä.? Schatten überdecken Glanz und Glamour. Diese zweite Seite, die Schattenseite, hat Joline bildlich durch Seifenblasen zum Ausdruck gebracht. Durch Seifenblasen, das mag zunächst irritieren, stehen diese doch für Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, wenn wir an Seifenblasen pustende Kinder denken. Doch Joline hat durch eine Glasscheibe eine zweite Bildebene über die Porträtzeichnungen gesetzt und darauf Seifenblasen gemalt, die durch eine Lichtquelle bedingt Schatten auf die Promis werfen. Eine besondere Faszination geht von diesen einzigartigen Arbeiten aus.“

Tanz der Gefühle - Ballett und ich

Tanz der Gefühle - Ballett und ich, so lautet das Thema von Victoria Fehlbier. Sie hat sich für eine ebenfalls ungewöhnliche Umsetzung ihres Themas mit enormer Ausdruckskraft entschieden, wie Sandra Hampel betonte. Victoria wählte die plastische Darstellung in Form von Drahtfiguren. Als Grundmaterial dienten ihr primär unzählige Rollen einfacher Blumenwickeldraht für ihre Ballerinas, die größte mit einer Höhe von 2,20 Meter, mit dem Anspruch, die Körperspannung, Eleganz, Präzision und Genauigkeit darstellen zu wollen. Die Drahtfiguren wirken aufgrund des dünnen, Licht reflektierenden Drahtes und der gewählten Wickeltechnik sowie der diagonalen Richtungsdominanz grazil und dynamisch. Sie verkörpern Victoria selbst, die größte Figur trägt daher auch stellvertretend ihre alten Ballettschuhe. Der Ballettklassiker Schwanensee inspirierte sie zu zwei kleineren gegensätzlichen Figuren im Zusammenspiel mit zwei Hintergrundmalereien, die durch ungewöhnliche Licht-Schatten-Spiele interessante Blickweisen für den Betrachter eröffnen. 

Farben - Film aus dem Kunstunterricht

In der EP ist ein zentrales Thema die werkimmanente Analyse von Bildern. Dazu gehören die verschiedenen Farbkontraste, die sich die Schülerinnen und Schüler der beiden Kurse dieses Jahr mithilfe von Stop-Motion-Filmen erarbeitet haben. Es entstanden ganz verschiedene kurzweilige Filme.

An unserer Schule wird ein Kunstunterricht verwirklicht, der die Kreativität herausfordert und zu einfallsreicher und intensiver gestalterischer Tätigkeit ermutigt. Zwei große Zeichensäle, ein Bildhaueratelier und ein Werkraum bieten dazu ideale Bedingungen. Unsere Leistungskurse fahren z.B. auf die Insel Wangerooge für ein einwöchiges Atelier außer Haus. Die Arbeit in Projekten, sei es im Dialog mit der Gemeinde, sozialen Trägern oder der Industrie und den Universitäten im Einzugsbereich der Schule, bereichert die künstlerische Arbeit und verdeutlicht die Verzahnung von Schule und Gesellschaft. Viele Schülerinnen und Schüler erleben im Kunstunterricht ihre eigene Emotionalität und den Prozess der Selbstfindung als wertvolle Erfahrung.

Dabei öffnet sich die Kunst auch Schülerinnen und Schülern anderer Schulen.

Schneelandschaften - Ausstellung in der Zahnarztpraxis Meyer

Die Schülerinnen und -schüler der Klasse 5 a hatten sich passend zur kalten Jahreszeit im Kunstunterricht Fotos verschiedener Schneelandschaften angesehen und diese miteinander verglichen. Dabei fiel ihnen auf, dass je nach Witterung und Tageszeit der Schnee in verschiedenen Weiß-Blautönen schimmert. Anschließend entwickelten die Kinder zunächst zeichnerische Entwürfe für eine eigene Landschaft mit typischen Wintermotiven. Diese malten sie dann als Deckfarbenmalerei auf schwarze Pappe. Die besondere Herausforderung bestand dabei darin, die Farben so pastos aufzutragen, dass diese die schwarze Pappe überdecken. Dies meisterten die meisten Schülerinnen und Schüler mit Bravour. Die einen malten mit Pinseln sehr flächig plakativ, andere tupften die Farben überwiegend mit einem Schwamm auf, sodass eine fleckenartige Struktur zu sehen ist. Neben weitläufigen Berglandschaften entstanden Seelandschaften mit Schlittschuhläufern, Stadtansichten und idyllische Landschaften mit spielenden Kindern im Schnee. So kehrte in der Zahnarztpraxis Meyer noch für einige Wochen der Winter ein.

4. inklusives Projekt 2019

„SelfCoMix“

Das diesjährige inklusive Kunstprojekt ist bereits das vierte, welches in Kooperation unser Schule und der Don-Bosco-Förderschule für geistige Entwicklung in Lippstadt im vierten aufeinanderfolgenden Schuljahr als freiwilliges Projekt neben dem normalen Unterricht angeboten und durchgeführt wurde. In schulübergreifenden Gruppen wurden gleichberechtigt und gemeinsam unterschiedliche Werke mit dem Ziel erstellt, eine Begegnung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler sollten unabhängig von ihrer jeweiligen Schulform voneinander lernen, miteinander umgehen und gemeinsam etwas gestalten. Verlauf des Projekts „SelfCoMix“ - Ich als Teil einer bunten Gemeinschaft/Gesellschaft In diesem Jahr bestand die Schülergruppe aus zehn Oberstufenschülern des Kunst-Leistungskurses der Q 1 sowie acht Schülern der Klasse 10 der Don-Bosco-Schule. Künstlerisch ging es um das gemeinschaftliche Entwerfen und Umsetzen von Kunstwerken, welche die Verbundenheit der Schüler, der Schulen und unsere Verbundenheit zu anderen Menschen im europäischen Kontext künstlerisch anschaulich darstellen. Das gewählte Thema „SelfCoMix – Ich als Teil einer bunten Gesellschaft/ Gemeinschaft“ nimmt sowohl Bezug auf die „bunte“, d.h. vielfältige Gemeinschaft, die der schulische Alltag an zwei so unterschiedlichen Schulformen mit sich bringt und durch das schulübergreifende Miteinander im Projekt noch erweiterte. „Ich als Teil einer bunten Gesellschaft“ bedeutet aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler beider Schulen ein Signal gegen zunehmende Abgrenzung in Europa setzen wollten. Diese Gedanken setzten die Schülergruppen auf ihre ganz eigene Art künstlerisch um.

1. Treffen: Don-Bosco-Schule, Turnhalle (Montag, 4. Februar, Beginn 9 Uhr bis mittags)

Zunächst ist ein es wichtig, dass sich die Teilnehmer in einer lockeren Atmosphäre kennen lernen und mögliche Berührungsängste abbauen können. Daher fand das erste Treffen in der Turnhalle der Don-Bosco-Schule statt, wo sich die Schülerinnen und Schüler bei verschiedenen Aktionen und Spielen an der Kletterwand näherkommen konnten. Anschließend überlegten sie in gemischten Gruppen aus Schülern beider Schulen, wie sie das Thema „Wir als Teil einer bunten Gemeinschaft/Gesellschaft“ in Form einer Fotoserie darstellen könnten. Ihre Ideen wurden fotografisch festgehalten. Die so entstandenen Fotos dienten als Grundlage für die malerische Umsetzung: Es sollten vereinfacht dargestellte großformatige Kunstwerke in Anlehnung an die plakative Darstellungsweise der Pop Art bzw. der Tontrennung in Gruppenarbeiten mit Acrylfarben auf Tischdecken gemalt werden.

2. Treffen: Johanneum, Kunstraum (Mittwoch, 6. Februar, 10 Uhr bis 12.45 Uhr)

Nach einer Schulführung lernten die Schüler einige comicartige Pop Art Werke und deren Stilmerkmale kennen und verglichen diese mit bekannten Comicfiguren. Anschließend übermalten sie Schwarz-Weiß-Kopien von mitgebrachten Selbstporträts auf plakative Art und Weise. Außerdem bearbeiteten die jeweiligen Gruppen ihre erstellten Fotos auf dem Computer mithilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes im Tontrennungsverfahren und experimentierten diesbezüglich mit verschiedenen Farbmöglichkeiten. Ihren Lieblingsentwurf druckten sie als Vorlage aus.

3. Treffen: ganztägiger Projekttag am Johanneum, Kunstraum (Montag, 11. Februar, von 9.30 Uhr bis ca. 15 Uhr)

Der Tag galt primär dem praktischen Arbeiten in den Gruppen: Das Erstellen eines großformatigen Gruppenbildes im plakativen Pop Art Stil bzw. im Stil der Tontrennung ausgehend von ihrem gewählten Lieblingsentwurf war die Aufgabe, die es gemeinsam zu bewältigen galt. Dazu übertrugen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Konturen ihres Entwurfs mithilfe eines Overheadprojektors auf Tischdecken (Format ca. 100 – 150 x 150 – 200 cm) und begannen dann mit der malerischen Ausgestaltung, die sie nach ihren Ideen und Fähigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise gemeinsam umsetzten.

5. Treffen: ganztägiger Projekttag an der Don-Bosco-Schule, Außenwerkraum/Werkstatt (Donnerstag, 16. Mai, 9 Uhr – 14.15 Uhr)

Um den Schülern des Johanneums einen Einblick in den Schulalltag und die Arbeitsweise der DonBosco-Schüler zu ermöglichen, verbrachten wir einen Tag an der Schule und arbeiteten gemeinsam im Werkraum. Darüber hinaus nahmen wir an einer Führung durch die angegliederte Werkstatt für Behinderte teil. Dieser Tag stellte eine besondere Herausforderung für uns Johanniter dar, da wir in der Holzwerkstatt an unbekannten Maschinen arbeiteten und uns von den Schülern vor Ort anleiten lassen mussten, die mit diesen vertraut sind. Mit großem Einsatz werkelten alle gemeinsam daran, Holzbuchstaben auszusägen und zu schleifen. Diese wurden später noch farbig angemalt und auf einer Holzplatte so arrangiert, dass sie passend zum Projekt den Schriftzug „Ich als Teil einer bunten Gesellschaft“ ergaben. Das entstandene Kunstwerk ist so das Abschlussgemeinschaftswerk aller Projektteilnehmer. Die abschließende Reflexionsrunde zeigte auch in diesem Jahr, wie positiv alle Schülerinnen und Schüler das Projekt wahrgenommen haben und wie „fruchttragend“ es war.

Besondere Lernleistung im Fach Kunst 2019

Kunstlehrerin Sandra Hampel hat Leonie Heimann und Felix Hoffmann ca. ein Jahr ein Stück weit auf ihrem künstlerischen Weg im Rahmen ihrer Besonderen Lernleistung begleitet und auch zu Hause besucht und so auf besondere Weise einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen bekommen. Die beiden haben ihren ganz eigenen Weg beschritten, der sie viel Zeit, Ausdauer und Kraft gekostet hat. Der Weg hat sich gelohnt, vom 11. bis zum 13. Januar 2019 konnten sie stolz ihre Ergebnisse im Museum Abtei Liesborn präsentieren.

Leonie Heimann: Innenleben – Organe in einem neuen Licht“

„Ich habe mir das Hirn zermartert, aber es war wie vernebelt...“ Wer benutzt sie nicht, eine derartige metaphorische Sprache um bildlich etwas zu veranschaulichen? Unser Gehirn als Denkorgan, als „Schaltzentrale des Menschen“, wieder eine Metapher, und manchmal fällt uns eben nichts ein, es ist wie vernebelt. In vielen Redensarten werden menschliche Organe oder Körperteile mit Gegenständlichem in Zusammenhang gebracht, um bildlich etwas zu verdeutlichen. Etwas Ähnliches hat Leonie Heimann gemacht: „Innenleben – Organe in einem neuen Licht“, so lautet ihr Thema. Sie hat verschiedene menschliche Organe sehr naturalistisch mit Buntstiften gezeichnet und in ein neues Licht gerückt, indem sie die Organe mit etwas Gegenständlichem, was wir mit ihnen in Verbindung bringen, vernetzt hat. Um tief ins „Innere“ der Organe blicken zu können, hat jedes eine Art Fenster, durch das man hineinsehen kann. Wie man z.B. an der Zeichnung der Lunge sieht, hat Leonie dieses Organ durch ihre Funktion als Atmungsorgan mit frischer Luft und damit auch mit der Natur an sich in Verbindung gebracht. Die Blätter und der Wald in dem „Lungenfenster“ repräsentieren die Natur, während der Kolibri eine Verbindung zur Luft schafft. Ich habe Leonie als sehr akribische Zeichnerin kennen gelernt mit einem sehr hohen Anspruchsdenken. Sie hat nichts dem Zufall überlassen. Wir standen ständig im Austausch, oft stellte sie mir zwischen Tür und Angel eine Idee vor um eine kurze Rückmeldung zu bekommen. Immer wieder erreichten mich Skizzen mit Zeichenversuchen zur Farbigkeit oder Struktur per Mail. Naturalistisch sollte es wirken. Als ich sie zu Hause besuchte, arbeitete sie gerade an ihrem zweiten Bild und etliche Skizzen zur Darstellung der Leber lagen vor mir, allein zig Farbstudien, die sich nur minimal unterschieden. So verwundert es auch nicht, dass sie oft nach stundenlangem Zeichnen nur einige Zentimeter in einem Bild weitergekommen war. Die hervorragenden Zeichnungen beeindrucken nicht nur durch den hohen Grad der Körper- und Stofflichkeitsillusion sowie der zeichnerischen, anatomischen und farblichen Richtigkeit, sondern auch durch die surreale Verknüpfung mit dem Gegenständlichen.

Felix Hoffmann: SKMN – Das bin ich

Felix Hoffmann hat sich den Graffiti verschrieben. Wer kennt sie nicht, die Kunst, meistens aus Schriftzügen, Zeichen und Bildern, die mittels Sprühdose oder Filzmarker auf öffentlichen Gebäuden und Wänden, Zäunen, Zügen, Brücken, Treppen und Pfeilern seit Mitte der 1980er Jahre überall zu finden ist und ihre Wurzeln in der Hip-Hop-Kultur im New York der 1970er Jahre hat? Anfangs sind die Werke zumeist illegal entstanden und zum Ärgernis vieler. Die Künstler versteckten sich hinter einem Pseudonym um nicht erkannt und juristisch belangt zu werden. Mittlerweile hat sich jedoch daraus eine anerkannte Kunstszene entwickelt mit einem hohen künstlerischen Anspruch. Doch die Pseudonyme sind geblieben. Wer hat sie nicht schon gehört, berühmte Namen von Street Art Künstlern wie Banksy oder Blu, die mit ihren Werken auch eine Botschaft zum Nachdenken vermitteln wollen? „SKMN – Das bin ich“, so lautet der Titel von Felix‘ besonderer Lernleistung. Wie sein Pseudonym, so verrät uns auch seine Kunst etwas Persönliches über ihn. Wenn man in seinen Bildern liest, kann man viel über ihn erfahren: So hat er z.B. seine Liebe zur Kunst, zur Musik und zum Sport sehr lebendig und ausdrucksstark in zwei Bildern dargestellt. Felix hat eine tolle Gabe Ideen spontan und intuitiv in Bildsprache zu übersetzen. Wenn man ihn beobachtet bei der Arbeit im Entstehungsprozess, ist man fasziniert, wie schnell und sicher er Farben und Formen setzt und wie schnell daraus ein stimmiges Bildganzes entsteht. Und so spontan, wie seine Entwürfe einerseits entstanden sind, so durchdacht sind sie dennoch andererseits. Zu jedem Bildbeispiel hielt Felix mir einen langen Vortrag. Jedes Wort, jeder Buchstabe ist von Bedeutung, jede Farbe bewusst gewählt, die Bildkomposition spannungsvoll und aussagekräftig. Betrachtet man z.B. sein Fußball-Graffito, erschließt sich die Buchstabenfolge nicht sogleich. Nur wer gut kombiniert, entdeckt das Wort Sport, und FC Bayern-Fans werden sich sicherlich an den Triple-Sieg 2013 erinnern und so die Begriffe „oans, zwoa, drei … Triple“ und die Vereinsfarben zuordnen können. Obwohl Felix ursprünglich eigentlich alle Arbeiten großformatig sprayen wollte, hat er letztendlich nur das letzte Graffito gesprayt. Die übrigen hat er mit Fasermalern grafisch umgesetzt, weil er filigraner zeichnen wollte um seine Zeichenfähigkeiten und feine Details zu zeigen. 

Landessiegerpreis für inklusives Projekt

Groß war die Freude an der Don Bosco Schule und am Johanneum, als die Schülerinnen und Schüler des inklusiven Projekts erfuhren, dass sie mit ihren Street Art Werken zum Thema „Grenzenlos“ einen Landessiegerpreis beim Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ gewonnen haben. Am Donnerstag, dem 28.6.2018 konnten die 22 Jugendlichen aus dem Kunst Leistungskurs der Q1 sowie der Berufspraxisstufe der Don Bosco Förderschule für geistige Entwicklung in Lippstadt ihre Auszeichnung in Düsseldorf im Theater der Träume von dem Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft in NRW, Herrn Klaus Kaiser MdL, während einer Feierstunde entgegennehmen, zu der das Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Preisträger eingeladen hatte.

Das gewählte Thema „Grenzenlos“ nimmt sowohl Bezug auf die Grenzen, die der schulische Alltag an zwei so unterschiedlichen Schulformen mitbringt zwischen Gymnasiasten und Schülerinnen und Schülern mit Einschränkungen. Es um die Auseinandersetzung verschiedener Persönlichkeiten in ihrer Vielfalt, ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten. Das schulübergreifende Miteinander im Projekt öffnete diese Grenzen für eine bestimmte Zeit. „Grenzenlos“ bedeutet aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler beider Schulen ein Signal mit ihren großformatigen Kunstwerken gegen die zunehmende Abgrenzung und Ausgrenzungen in Europa setzen wollen. In Arbeitsgruppen entwarfen sie insgesamt sechs Entwürfe, die bildnerisch mit den Mitteln der Street Art (Malen, Sprayen) umgesetzt wurden. Im Sinne des Wettbewerbs sind die Schüler somit „Multiplikatoren des europäischen Gedankens“; sie tragen dazu bei, Schranken und Grenzen in den Köpfen der Menschen zu überwinden. Ihre Ergebnisse stellten sie bereits vom 19. bis 21. Januar 2018 im Museum Abtei Liesborn der Öffentlichkeit vor. 

Das inklusive Kunstprojekt ist bereits das dritte künstlerische Projekt in ähnlicher Art, welches in Kooperation der beiden Schulen von den drei beteiligten Lehrerinnen, Stefanie Hofmann und Elisabeth Trebbau, Sonderschullehrerinnen an der Don Bosco Schule,  sowie Sandra Hampel, die in diesem Jahr von unserer Referendarin Regina Keller tatkräftig unterstützt wurde, angeboten und durchgeführt wurde. Der thematische Schwerpunkt ist in jedem Jahr ein anderer. Es kommt dabei zu Begegnungen, zum Austausch, zum Entdecken verschiedener Talente und zu vielfältigen Erfahrungen, die das inklusive Projekt beleben und wertvoll machen.

Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich rund 4.600 Jugendliche mit 1.425 schriftlichen und künstlerischen Beiträgen. 34 Arbeiten aus Nordrhein-Westfalen und 10 Beiträge aus Kroatien, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei und aus Ungarn gehören zu den prämierten Landessiegerarbeiten. Für die Auszeichnung der Arbeiten betonte die Jury das besondere Engagement der inklusiven Gruppe sowie die Investition von „viel Zeit, Organisation, Mühe und Leidenschaft in die Planung und Durchführung des Street Art Projektes“.

DAS STUHLPROJEKT

Wahlpflichtkurs Darstellen und Gestalten

Klasse 9

 

 

Stühle sind etwas Alltägliches. 

Ohne es wirklich zu realisieren, benutzt man sie. 

Ich wette, Sie sitzen gerade ebenfalls auf einem dieser Möbelstücke, die oftmals so unscheinbar wirken!

Diese Unscheinbarkeit haben wir ausgenutzt, um unseren Stühlen eine Bedeutung zu geben.

Wir haben sie in selbstgeschriebenen Geschichten in den Vordergrund gerückt und aus dem Unscheinbaren etwas Besonderes gemacht.

„Gestalte einen Stuhl künstlerisch um“, so lautete die Aufgabe, mit der uns Frau Thurm zu Beginn des Schuljahres im „Darstellen und Gestalten“-Kurs überraschte. Eine schwierige, in den Augen  mancher  Kursteilnehmer sogar extrem schwierige Aufgabe, die anfangs viele ratlose Gesichter hervorrief.

Die erste große Frage war: Wo bekomme ich einen Stuhl her? Schon wurden sämtliche Keller und Dachböden auf den Kopf gestellt. Tatsächlich fand jeder bzw. jede Zweiergruppe ein Möbelstück, das

umgestaltet werden konnte.

Jeder ließ nun seiner Kreativität freien Lauf. Der Stuhl musste nicht nur optisch ansprechend und besonders, sondern auch noch Teil einer selbstgeschriebenen Geschichte sein und diese widerspiegeln.

In den Einzelstunden wurde fleißig an der Geschichte gearbeitet und die Doppelstunden waren die Zeit, in der sich jeder künstlerisch auslebte und der Kreativität keine Grenzen gesetzt waren. Bis zum Anfang des neuen Jahres steckten alle Teams viel Herzblut in ihre Projekte. Malen, Sägen, Kleben und Basteln – es gab immer Unmengen zu tun.

Letztendlich waren alle stolz darauf, so einfache Möbelstücke zu etwas ganz Besonderem gestaltet zu haben, denn sie erschienen am Ende genauso vielfältig, einzigartig und bunt wie die dazugehörigen Geschichten. 

Das Projekt war für alle Beteiligten ein Abenteuer, da es eine außergewöhnliche Arbeit war: Eine für uns anfangs vielleicht etwas eigenartige, gleichzeitig auch interessante Erfahrung, die uns viel Spaß gemacht,  uns z.T. aber auch an unsere Grenzen gebracht hat. Sie ist unser kleines Baby geworden!

 

 

Fatima, Marie, Pia, Anna Be., Rika, Anna Bö., Julia F., Erika und die anderen Teilnehmer des Kurses

Inklusives Street Art Projekt zum Thema „Grenzenlos“

Bei dem Projekt handelt es sich bereits um das dritte inklusive Projekt zwischen Schülerinnen und Schülern aus der Berufspraxisstufe der Don-Bosco Förderschule in Bad Waldliesborn und der Q1 des Johanneums. „Grenzenlos“ lautete das Thema des diesjährigen Street Art Projekts, grenzenlos in doppeltem Sinne: Die großformatigen Bilder sollen anschaulich die über die beiden Schulgrenzen hinausreichende freundschaftliche Verbindung der beiden Schulen und darüber hinaus auch das grenzenlose Miteinander in Europa darstellen. Die Schüler haben ihre Ideen zunächst in Entwürfen festgehalten und diese dann großformatig mit vollem Elan, wie Sie auf den Fotos sehen können, an zwei Projekttagen durch Malen und Sprayen umgesetzt. Es sind in Gemeinschaftsarbeit sehr plakative und aussagekräftige Werke entstanden. 

Vom 19. bis 21. Januar 2018 stellten die Schülerinnen und Schüler ihre entstandenen Gemeinschaftsarbeiten im Museum Abtei Liesborn der Öffentlichkeit vor und erklären ihre Werke in Form von kurzen Texten neben jedem Bild. 

Ausstellung: Besondere Lernleistung im Fach Kunst 2018

Vom 19. bis 21. Januar 2018 präsentierte Laura Spiekermann aus dem Kunst Leistungskurs der Q2 im Rahmen der besonderen Lernleistung ihre Arbeiten der Öffentlichkeit im Abtei Museum in Liesborn.

Meine Heiligtümer - 

Die magische Welt des Harry Potter

so lautet der Titel, den Laura für ihre besondere Lernleistung gewählt hat und er verrät gleich zweierlei: einmal den thematischen Bezug ihrer Arbeiten. Sie hat Szenen aus der magischen Welt des Harry Potter dargestellt, einer Fantasiewelt aus seltsamen Wesen, Hexen, Riesen, Zauberern, bösen Mächten und schwebenden Gegenständen wie Kerzen und Krügen. Der Hauptcharakter Harry Potter, der im Verlauf der Geschichte vom kleinen Jungen zum jungen Erwachsenen heranreift, erlebt ungewöhnliche Abenteuer und muss viele Gefahren überwinden, bevor er am Ende das Böse besiegen kann.

1997, vor über 20 Jahren erschien das erste Buch dieser Reihe, die ein Millionenpublikum  faszinierte und die Autorin Joanne K. Rowling vom Sozialfall zur reichsten Frau Englands werden ließ. Auch Laura ließ sich in den Bann dieser Zauberwelt ziehen und verschlingt sowohl die Bücher als auch die Filme immer wieder; sie sind ihre „Heiligtümer“.

Entstanden sind drei Acrylbilder auf Leinwand mit typischen Motiven aus der Welt des Harry Potter, wobei sich Laura an Bildern aus den Filmen orientierte. Sie kopierte diese aber nicht einfach, sondern inszenierte sie durch Veränderungen und Zusammenschnitte neu, was sie zu einzigartigen Illustrationen werden ließ. Durch die leicht plakativ wirkende realistische Malweise und die Farbgebung, die sie wählte, wird dieser Eindruck noch verstärkt.

Die besondere Lernleistung war ein zeitintensives Projekt. Laura hat malerisch viel erprobt. Sie hat mit Aquarellfarben, Acrylfarben und Ölfarben experimentiert, verschiedene Techniken ausprobiert und manche Stellen mehrfach verändert und überarbeitet, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war. Sie kann stolz auf ihre gelungenen Werke sein.

 

Neue Schülerarbeiten verkürzen die Wartezeit in der Zahnarztpraxis Meyer

Fotografien von Miniaturfiguren und Klecksmonster

Anfang Dezember war es wieder soweit. In die Bilderrahmen der Zahnarztpraxis Meyer kamen frische Bilder. 

Die Fotografien der EP wurden im Wartezimmer ausgestellt und sind an den Streetartkünstler Slinkachu angelehnt. Dieser erstellt kleine Szenen mit Hilfe von Modelleisenbahnfiguren in den Straßen von London und fotografiert sie. Für die meisten Passanten bleiben die Szenen, in denen zum Beispiel eine Mandarinenschale  zu  einer Halfpipe wird, unentdeckt. Slinkachu meint dazu: „Ich mag den Gedanken, dass fast niemand meine Arbeiten sieht. Denn wir alle ignorieren absichtlich oder unabsichtlich vieles, das uns in einer Stadt umgibt.“ 1

Im Kunstunterricht haben die Schüler eigene Szenen mit Miniaturfiguren auf dem Schulgelände erstellt und fotografiert. So wurden die Tasten eines Klaviers zu einem Zebrastreifen oder  Malpaletten und Farbe zu einem Wasserfall. 

Die Schülerin Joline Korte hat darüber hinaus in einer ehemaligen Zahnarztpraxis zu dem Thema gearbeitet. Durch die Kombination von Figuren und Werkzeug wird eine Spritze zum Aufzug oder eine Brille zum Schaufenster. 

Die „Klecksmonster“ im Vorraum der Praxis entstanden im Kunstunterricht der Klasse 5c. Im ersten Schritt wurden mit Wasserfarbe Kleckse auf eine Pappe gegeben. Dann versuchten die Schüler, Monster darin zu entdecken. In verlaufenen Farbtropfen sahen sie beispielsweise Beine oder Tentakeln. Diese wurden dann mit Mustern und Umrandungen hervorgehoben, sodass eine echte Monsterparade entstand. Zu sehen sind nun  verrückte Hühnermonster und stachelige Kekskugeln.

 

1Alain Bieber: Die neue Stadtguerilla, S. 40 der Bildergalerie. art - Das Kunstmagazin, Ausgabe 01

Ausstellung der besonderen Lernleistungen im Fach Kunst im Museum Abtei Liesborn 2017

Angelina Schwust vor einem ihrer Tierbilder
Schulleiter Hans Jürgen Lang, Erika Kulcsár, betreuende Lehrerin Sandra Hampel, Angelina Schwulst vor dem Bild "Ghost" von Erika Kulcsár

Es ist bereits seit Jahren Tradition, dass die besonderen Lernleistungen des Faches Kunst des Johanneums im Abtei Museum in Liesborn präsentiert werden. Am Wochenende war es wieder soweit. Unter großem Anklang stellten die beiden Oberstufenschülerinnen der Jahrgangsstufe Q 2, Erika Kulcsár und Angelina Schwulst, ihre großformatigen Malereien auf Leinwand zu ihren selbstgewählten Themen "Mystische Porträts, die unter die Haut gehen" und "Dich erblicke ich - Meine Tiere im Blick" der Öffentlichkeit vor.Angelina Schwulsts Arbeiten gewähren dem Betrachter einen besonderen Blick auf ihre Haustiere, die sie durch ihre selbst entwickelte Mischtechnik aus Acrylfarben, Permanentmarktern und Ölkreiden, die sie durch heiße Fönluft zum Schmelzen brachte, äußerst naturalistisch dargestellt hat. Erika Kulcsárs mystische Porträtmalereien mit Öl auf Leinwand gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Die zumeist jungen Menschen erscheinen in ihrer Plastizität zum Greifen nah und fesseln den Blick des Betrachters. Zugleich lassen sie ihn aber auch erschaudern, da den Porträts auch das Moment des Vergänglichen anhaftet. Diese Ambivalenz lässt die Bilder zu etwas Einzigartigem werden. So ist es kein Wunder, dass die beiden Schülerinnen vom zahlreich erschienenen Publikum großes Lob ernteten. Auch am Samstag und Sonntag freuten sich die beiden über das rege Interesse an ihren Werken. Gern standen sie den Besuchern Rede und Antwort.

Blumendesigns in Anlehnung an den Designer Marimekko

Als Erstes guckten wir uns im Internet unter „google Bilder“ verschiedene Blumenmuster des finnischen Designers Marimekko an sowie einige Gegenstände, die damit gestaltet wurden.

Danach recherchierten wir im Internet über die symbolische Bedeutung von Blumen und Blumenmustern. So kündigt der Flieder z.B. den Frühling an, er steht für ein zartes Band zwischen zwei Herzen. Damit ist er ein Symbol für eine beginnende Liebe. Viele sehen in dem duftenden Flieder auch die Frage nach Treue von dem Partner bzw. der Partnerin. Die Nelke galt daneben z.B. einst als Symbol der Arbeiterbewegung. Heute wird sie gern und häufig verschenkt. In Rot steht sie für starke Leidenschaft, in Weiß für Treue, in Gelb dagegen symbolisiert sie auch eine gewisse Antipathie.

Im Anschluss daran ging es an unsere eigenen Entwürfe. Jeder überlegte, was für ein Blumendesign man umsetzen könnte: Sollte es einfarbig oder mehrfarbig sein, sollte man die Blumensorte wie z.B. eine Margerite oder eine Seerose erkennen können oder sollte es ein Fantasieblumendesign werden. Jeder aus der Klasse entwickelte aus seiner eigenen Idee einen eigenen Entwurf im Format DIN A 4. Es entstanden die unterschiedlichsten Designs.

Danach überlegte die Klasse gemeinsam, welche Gegenstände sie mit den Designentwürfen gestalten könnte. Wir entschieden uns schließlich dafür, verschiedene Dinge, die man auf einem Tisch dekorieren kann, zu wählen sowie zehn Sitzhocker, die wir um den Tisch stellen wollten. Nachdem Hocker, Kissen, Teller, Gläser, Tischdecke etc. erworben worden waren, machten sich alle an die Arbeit.

Abschließend präsentierten wir unsere Ergebnisse in der Aula unserer Schule. Die fertiggestellten Sitzhocker und Objekte werden nach der Teilnahme am Wettbewerb der Übermittagsbetreuung des Johanneums zur Verfügung gestellt.(6b, Sandra Hampel, 2016)

 

Besondere Lernleistungen im Fach Kunst 2016

Am Freitag, den 15.01.2016 um 15.00 Uhr wurde im Museum Abtei Liesborn die Besondere Lernleistung im Fach Kunst eröffnet.

Alina Lutz, Jessica Rshewski und Alina Wößmann haben ein Jahr an einer selbstgestellten Thematik außerhalb des Unterrichts gearbeitet. Seit 2006 nutzen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum diese Möglichkeit im Fachbereich Kunst.

Alina Lutz hat sich mit der „Land Art“, ein Begriff, der das erste Mal Ende der 60er Jahre in den USA auftauchte, auseinandergesetzt. In einem kleinen Waldstück in Oelde hat sie mit vorgefundenen Materialien kleine und größere gestalterische Eingriffe im Wald vorgenommen.„Ich war verloren im Wald und habe mich selbst wiedergefunden“. Dieses Zitat von Alina Lutz macht deutlich, das sie mit der Arbeit und ihren Inszenierungen im Wald zur Ruhe gekommen ist und sich auf wunderbare Art und Weise in vorher unbekannten Bereichen weiter ausformuliert und weiterentwickelt, neue Erfahrungen gemacht hat. Viele selbstgemachte Fotos dokumentieren ihre gemachten Prozesse und zeigen die Ergebnisse. Fünf ausgewählte Arbeiten zeigen in der Ausstellung die Intensität, aber auch ihre Sensibilität, mit der sie im Wald künstlerisch gearbeitet hat.

 

Jessica Rshewski zeigt in der Ausstellung 19 zum Teil großformatige Kohle- und Bleistiftzeichnungen zum Thema „Beziehungen“. Besonders faszinieren ihre großformatigen Kohlezeichnungen, die an die Zeichnungen von Käthe Kollwitz, Anfang des letzten Jahrhunderts, erinnern.Es sind melancholische Zeichnungen, die eine Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe ausdrücken. Ihre zum Teil altmeisterliche Zeichentechnik zeigt das große Talent von Jessica Rshewski.Auf ganz unterschiedliche Art und Weise bearbeitet sie ihr Thema: Mutter/ Kind; Vater/ Tochter; Freundschaft; Mutter/ Tochter; Kind/ Kuscheltier.

 

Alina Wößmann zeigt 13 größere, auf Holz gezogene Fotos zum Thema „Licht“.Seit sie 12 Jahre alt ist beschäftigt sich Alina Wößmann mit der Fotografie. In der Q1 (Jahrgangsstufe 11) hat sie ein Praktikum bei einer Fotografin gemacht und ihre technischen Fertigkeiten verbessert. Ihre ausgestellten Fotos sind zum Teil sehr aufwendig inszeniert.Freunde, Bekannte und auch Unbekannte haben Alina Wößmann bei ihren Ideen der Inszenierungen unterstützt.Einige Fotos sind mit Photoshop etwas nachbearbeitet, um die gewollte Aussage auf den Punkt zu bringen. Es sind Aufnahmen, die den Betrachter in eine ganz subjektive Welt des Lichts entführen und deutlich machen, dass Alina Wößmann ein technisches und künstlerisches Niveau in ihren Fotos erreicht, das weit über die Möglichkeiten des normalen Kunstunterrichts hinausgeht.

Es ist wichtig, jungen Menschen in der Schule die Möglichkeit zu geben, sich individuell durch die Auseinandersetzung mit freien Themen weiterzuentwickeln, ihre Ressourcen und Talente weiter auszuformulieren. (Werner Schlegel)


Außergewöhnliche Arbeiten überzeugten Museumsbesucher im Januar 2015

Vier Oberstufenschüler der Q2 des Johanneums präsentierten im Rahmen der besonderen Lernleistung ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit im Abtei-Museum in Liesborn. Lea Brökelmann (18), Marius Feige (19), Friederike Keitlinghaus (17) und Sabrina Teckentrup (18) bewiesen ein enormes kreatives Potential und künstlerisches Ausdrucksvermögen, was sich in ihren Arbeiten deutlich widerspiegelt.

„Die Vier haben sich auf eine künstlerische Reise begeben, die sie viel Ausdauer und Kraft gekostet hat. Auf ihre Ergebnisse können sie sehr stolz sein“, betonte die betreuende Kunstlehrerin Sandra Hampel bei der Eröffnung.

Die großformatigen Malereien auf Leinwand von Sabrina Teckentrup zum Thema „Großstadt“ wirken sehr gegensätzlich. Sie vermitteln Ruhe oder pulsierende Hektik, was ihr durch große Farbflächen und eine harmonisch wirkende Bildkomposition einerseits und andererseits im Kontrast dazu durch eine äußerst expressive Farbigkeit und einen lebendig erscheinenden Pinselduktus gelungen ist. Ihre Arbeiten faszinieren durch diese Gegensätzlichkeit, bilden aber dennoch eine Einheit.

Das Thema von Lea Brökelmann lautet „Natürliche Auszeit“. Ihre Aquarelle zeigen Zufluchtsorte aus ihrer Umgebung, natürliche Rückzugsorte im Wald oder am Wasser, die sie aufsucht, um dem stressigen Alltag zu entfliehen. Die Schülerin hat die Bildmotive auf gekonnt leicht abstrahierte Art und Weise umgesetzt und sich dabei auch auf zufällig ergebende Strukturen der typischen Nass-in-Nass-Aquarellmalerei eingelassen. Entstanden sind Stimmungslandschaften, die dem Betrachter mal mehr und mal weniger Raum lassen für eigene Assoziationen.

Friederike Keitlinghaus umschreibt ihre Werke mit dem Begriff „Ostalgie“. Sie entführt den Betrachter in eine andere Welt, in einen Teil der ehemaligen DDR im Osten Deutschlands. Die mecklenburgischen Landschaften, die sie großformatig auf Leinwand gemalt hat, faszinieren durch ihren Realismus. Durch ihre äußerst akribische Feinmalerei ist es der Schülerin gelungen, einen Eindruck höchster Plastizität und Materialität zu erzielen.

Völlig unkonventionell und außergewöhnlich sind die Arbeiten von Marius Feige. Als Malgrund wählte er Skateboards, die er mit schwarzen Eddings grafisch gestaltete. Selbst entworfene bildgewaltige Motive von äußerster Präzision, die einen Eindruck von Härte und Gefahr vermitteln und tattooartig wirken, ziehen den Blick des Betrachters in ihren Bann. Tierische, gegenständliche und landschaftliche Elemente verquicken sich gekonnt zu Bildgefügen, die der Skateboardform formal optimal angepasst wurden.

Sandra Hampel betonte, es sei ihr eine Freude gewesen, die vier betreuen und auf ihrem künstlerischen Weg begleiten zu dürfen.

Kursfahrt Amsterdam – Der Lk Kunst Q1 von Frau Hampel in der Heimatstadt Rembrandts

Auf dreitägige Kursfahrt nach Amsterdam begab sich der Leistungskurs Kunst der Jahrgangsstufe Q1 von Frau Hampel in Begleitung von Frau Schreiber, um dort verschiedene Museen zu besichtigen. Im Fokus stand primär der Barockkünstler Rembrandt van Rijn. Die Einblicke in die Welt der Kunst empfanden die Schüler als lohnenswert, da diese die Unterrichtsinhalte greifbarer präsentierten und als Vorbereitung für das Zentralabitur ebenfalls von Bedeutung sind.

Am ersten Tag begaben sich die Schülerinnen und Schüler nach der Anreise zum Rembrandthaus, dem Haus, in dem der berühmte Barockkünstler gelebt hat. Mithilfe von Audioguides konnten sich die Besucher über unzählige Gemälde des Künstlers und seiner Lehrlinge in den Räumen informieren. Dem Kurs wurde außerdem anschaulich demonstriert, wie Radierungen der damaligen Zeit und die Ölfarben für die Gemälde erstellt wurden. Ein paar mehr oder weniger Freiwillige des Kurses haben die Arbeitstechniken ausprobiert und mit Entsetzen festgestellt, was für ein intensiver Aufwand sich dahinter verbirgt. Es wurde schnell ersichtlich, dass zwischen der damaligen handwerklichen und der heutigen maschinellen Herstellung ein weiter Unterschied liegt, der dem Kunstinteressierten allein aus theoretischen Quellen nicht annähernd so bewusst wird, wie aus praktischen Selbstversuchen. Für die schwere Arbeit gab es jedoch eine Belohnung: die dort im Museum entstandene Radierung, die in der Zukunft eine Wand der Kunsträume der Schule schmücken wird. Nach einem gemeinsamen Moment der Freude über das errungene Kunstwerk setzte der Kurs die Besichtigung des Museums fort. Weitere Werke konnten in den Ausstellungsräumen betrachtet und die Wohnsituation des Künstlers in Erfahrung gebracht werden.

Am folgenden Tag machte sich der Kurs voller Elan auf zum Rijksmuseum. Über 1400 Werke Rembrandts sind dort, und vor allem die weltberühmte „Nachtwache“ mit ihrer überragenden Größe von 3,6 x 4,4m zieht jährlich Massen von Kunstinteressierten an. Zusammen wurde sich der Kurs noch einmal darüber bewusst, auf was es bei den Werken Rembrandts im Detail ankam und wo die Schwerpunkte seiner individuellen Malweise lagen. Anhand seiner unter anderem ausgestellten Selbstporträts konnten diese wiederholt ohne Mühen herausgearbeitet werden und ließen die künstlerische Entwicklung des Schöpfers offenkundig werden. Nach der gemeinsamen Besichtigung war Zeit für die einzelnen Gruppen je nach Interesse in den Abteilen der neuzeitlichen Kunst oder beispielsweise des mittelalterlichen Stils zu verweilen, bevor es nachmittags ins Stedelijk Museum ging, um sich der modernen Kunst zu widmen.

Die verbleibende Zeit wurde genutzt, um die Stadt und ihre Einkaufsstraßen sowie den Trödelmarkt zu erkunden. Die schönen Grachten und abgelegenen Cafés verliehen Amsterdam etwas Anziehendes und luden zum kurzzeitigen Verweilen ein.

Summa summarum eine erlebnisreiche Fahrt in entspannter Atmosphäre, die sicherlich als Highlight in guter Erinnerung aller Teilnehmer bleiben wird; nicht zu vergessen, die vielen guten Gespräche und erheiternden Anekdoten, die den Kurs noch enger zusammengeschweißt haben.

Erste eigene Ausstellung fasziniert Kulturfreunde

Bleiben Sie länger im Raum – es lohnt sich.“ Werner Schlegel brachte es schon während der Ausstellungseröffnung auf den Punkt und versprach dabei nicht zu viel. Die besonderen Lernleistungen von vier talentierten Schülerinnen des Gymnasiums Johanneum kamen in den Ausstellungsräumen des Museums Abtei Liesborn bestens an. Angelika Wall, Natalie Winkler, Anne Gröblinghoff und Laura Helmert hatten sich mit dem Thema „Mensch“ auseinandergesetzt und dabei einzigartige Werke geschaffen.

Bei der Einführung wurde schnell klar, dass sich die zeitintensive Auseinandersetzung mit ganz individuellen Techniken in einem kreativen Ergebnis niederschlagen würde.

Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm zeigte sich beeindruckt von den Arbeiten und dem Umgang mit der Technik: „Diese wunderbare Kooperation, die inzwischen zu einer Tradition geworden ist, gibt uns vor allem auch einen Einblick, wo es hingeht mit der zeitgenössischen Kunst“, sagte Schwarm zur Zusammenarbeit des Museums mit dem Johanneum.

Trotz des bevorstehenden langen Wochenendes freute sich Schulleiter Hans-Jürgen Lang, dass viele Lehrer und Schüler gekommen waren. Kunstlehrer Werner Schlegel, der die vier Schülerinnen ein Jahr lang beim Entstehungsprozess der Gemälde und Zeichnungen begleitete, stellte die Themen vor: Das eigene Leben, die Familie, die Heimat, aber vor allem der Mensch stand im Mittelpunkt. Mit Öl auf Leinwand, Bleistift und Filzstift haben die vier Schülerinnen ganz unterschiedliche Interpretationen auf die Leinwände gebracht und zeigen spannende Einblicke in ihre Biografie - ganz ohne Klischees und Vorurteile.

Die Schülerinnen hatten ganze Arbeit geleistet: Den Besuchern blieb beim Betrachten der Momentaufnahmen genug Freiraum für die eigene Fantasie. Ein wenig aufgeregt waren die jungen Künstlerinnen dennoch: Die Präsentation der Werke ist Bestandteil der Abiturprüfung. Mehrere Monate dauerte die Erstellung eines einzigen Bildes. Den Schulalltag und die Kunst unter einen Hut zu bringen, war nicht immer einfach: „Wir sind an unsere Grenzen gekommen. Fast jeden Tag haben wir an unseren Werken gearbeitet. Das war besonders in den Klausurphasen schwierig“, stimmten sie überein. Eine beachtliche Leistung, die auch die Besucher würdigten. Interessiert betrachteten sie jedes Detail der Gemälde und Zeichnungen, kamen ins Gespräch und zeigten sich begeistert von den Kunstwerken. „Es ist toll, dass unsere Schülerinnen eine Nische im hektischen Schulalltag gefunden haben und etwas geschaffen haben, das es vorher nicht gab“, betonte Werner Schlegel.

(Die Glocke, 10.02.2014)

Das Johanneum aus der Sicht von Schülerinnen und Schüler der Q1

In einem Kurs der Q1 sind folgende Filme entstanden, die die Schule einmal aus einer anderen Sicht zeigen.

Stadtspäher: Schüler und Studenten zeichnen gemeinsam im Dortmunder U-Turm

Ein Stadtspäher läuft nicht kopflos von A nach B durch die Stadt, sondern betrachtet sorgfältig seine Umwelt.

Bereits zum zweiten Mal fuhren 21 Oberstufenschüler unserer Schule nach Dortmund um Uni-Luft zu schnuppern.

Im Rahmen des Stadtpäher-Projekts, unterstützt durch die Wüstenrot Stiftung, treffen Schüler unterschiedlicher Schulen und Kunststudenten im Dortmunder U-Turm zusammen und beschäftigen sich mit Architektur. Insgesamt sind 350 Personen beteiligt.

Am ersten Termin gab Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte an der TU-Dortmund eine Einführung. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler städtebauliche Zusammenhänge, wie zum Beispiel die typische Lage von Bahnhöfen in Städten, aber auch, dass eckige Säulen Pfeiler heißen.

An beiden Terminen setzten sich alle Beteiligten intensiv zeichnerisch mit der Architektur des ehemaligen Gärturms der Unionsbrauerei und jetzigen Kultur- und Kreativzentrum auseinander. Der Austausch über Zeichnungen zwischen Studierenden und Schülern war besonders interessant. Frau Professor Bettina van Haaren, Professorin für Druckgraphik und Zeichnung, beriet alle Zeichner. Immer wieder entstanden intensive Gespräche über Bilder. Vor allem das genaue Hinsehen und Beobachten, das Spähen beim Zeichnen macht eine gute Zeichnung aus. Auch das Weglassen von Beiläufigen und Unwichtigen hebt die zentralen Inhalte eines Bildes hervor.

Einige Schüler überlegen ein Kunststudium anzustreben und bekamen wertvolle Einblicke durch Studenten, die offen von ihren ersten Erfahrungen an der Uni und den Unterschieden zwischen Schule und Uni berichteten.

Die begonnen Arbeiten und erlebten Eindrücke werden im Kunstunterricht aufgegriffen und fortgesetzt. Das Projekt mündet in einer Ausstellung der Ergebnisse aller Beteiligten in der Universitätsetage des U-Turms im Juni nächsten Jahres. 

 

Zu den Bildern:

Auf dem einen Bild sind die Schüler beim Zeichnen im „Lautsprecher“ zu sehen. Der Lautsprecher ist ein Kastenförmiger Ausbau mit einer Aussicht auf die Dortmunder Innenstadt. Das zweite Bild zeigt Studenten, Schüler, Prof. Bettina van Haaren und Prof. Barbara Welzel im Gespräch.

Weihnachtsaktion "Plastisches Gestalten mit Ton" am 20.11.2012

Am 20.11.12 traf sich eine bunt gemischte Truppe aus Grund-, Haupt-, Realschülern und Gymnasiasten im  Kunstraum. Ohne Scheu tauschten sich die 24 Mädchen und Jungen rege aus und hatten sichtlich Spaß beim kreativen Gestalten mit Ton. Angeregt von Frau Roß und Frau Hampel kreierten sie unterschiedliche Kerzenhalter, Teelichter und Meisenknödelfiguren, die sie anschließend zum Teil noch mit Tonfarben bemalten und stolz präsentierten. Im Zuge der "vernetzten Schulen" bot dieser Nachmittag für Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen auch eine gute Möglichkeit, das Johanneum auf ungezwungene Art und Weise kennen zu lernen.

Sobald die Tonarbeiten getrocknet sind, werden sie gebrannt und können dann am Donnerstag, dem 6.12. oder dem 13.12.12 (jeweils zwischen 14 und 15.15 Uhr) oder nach Absprache im Kunstraum abgeholt werden.